u+21ad

die kunst besteht ja nicht im satz "zum hier-essen, bitte" an der rewe-kasse an sich, sondern darin, beim artikulieren so ernst zu bleiben, dass man sich die normalheit selbst abnimmt. die ausnahme nicht (mehr) als ausnahme anzuerkennen. das aufgehen, der aufgang, die aufgehung .. in der rolle - als lebensziel, als haltungsziel. was man halt von, aus, durch spätestens reservoir dogs hätte lernen können, sollen, müssen: das alibi muss so glaubhaft sein, dass man sich selbst damit verarschen könnte (und: es eben nicht bemerkt), selbsttäuschung, die NUR (ja, in großbuchstaben) dann eine ist, wenn man den zweck vergisst.

selbstaufgabe: meta lernen in den (einen) tunnel zu kommen. nur die taktik lernen, die strategie, die herangehensweise, nicht (mehr) den inhalt, /den/ wiederum nicht "lernen" (dürfen), ihn sich nicht glauben (müssen), sondern mit völligster selbstverständlichkeit aus sich heraus .. spüren. zack, da isser. die komplette totale selbstaufgabe, nur dann ist’s .. "von herzen", wie es die apothekerzeitung nennen würde. als motorisches gedächtnis der synapsen.

oder banaler: solang ich noch drüber schreibe, ist’s blasierter quatsch und pubertäre emo-artikulation, this much i kow, aber - schreiben ist training, furchenbildung, routinenbaustelle. wait for it (i know i do, trotz meines biblischen alters).

(frank, geht’s dir gut?)

u+1f587

und überhaupt, auch - NICHTS geht ja mehr wenn man sich (respektive: die masche) erst mal durchschaut hat (anekdotische beispiele aus dem therapiealltag bitte selbst dazudichten, fußnote placebo aber auch "sorry, ich bin zu klug für diesen quatsch", rest hausaufgabe), klar. aber darum ist das mit dem verliebtsein ja auch so super, weil selten, weil unerwartet, weil neu, und andersrum ähnlich: nichts "bekanntes" kann mehr zu liebe führen, und wenn es das mal täte, dann hat man die bekanntheit missverstanden, also ich habe, und mich.

um’s überlisten geht es, und überlistenlassen, in der welt und ALLEM halt ungefähr so wie bei kitzeligkeit oder beim erschrecken - aber so gesehen sind dann auch enttäuschungen nur so ein wild ride, weil die täuschungen vorher funktioniert hatten, und ALLES andere hätte nur dazu geführt dass ich heute nicht hier (also: kognitiv) wäre. die frage, ob’s mir das wert war, die beantworte ich dann aber lieber doch noch nicht aus der durchschauung, aus dem verständnis, der trennung heraus, weil: gleiches problem im hirn, nur meta.

(ist das jetzt etwa das, wodurch ich bald wahnsinnig werde? dann brauch’ ich vielleicht doch noch eine knackigere formulierung als "hier ruht frank, der immer alles kapiert hat" für den grabstein.)

u+338b / u+1dd2

als wäre alles in wartestellung, auf abruf gewissermaßen, mit einem schuss lethargie-demut und enttäuschung - also eher realismus, pragmat..pragmazi..prag.. also: abgefuckter vernunft dazu (ja, der genitiv funktioniert trotz allem noch): kurz nach dem großen c fing das an, vermutlich an einem valentinstag, das mit der selbsttäuschung. bath robe days seit über zwei jahren, so eine phase, in der ein delay zwischen "ich bin" und "ich sollte" entsteht, dem man sich aber erst hinterher bewusst wird, und "man" ist natürlich "ich", und das ganze ist natürlich emotional gemeint. man wäre gern, aber will halt nicht, und hinterher wäre man gern gewesen, aber hätte nicht wollen, und eigentlich will man ja auch nicht wollen, sondern nur in den kurzen rationalen (pragma.. dings) phasen ahnt man: hätte ich mehr abstand von mir, würd’ ich mich auslachen, heute jedoch nicht, als steckt’ ich tief drin in der meta-schleife und lach’ mich erst aus, wenn ich darüber weg bin, also nie.

"haben sie schon mal über einen burnout nachgedacht?" fragte mich mein arzt neulich, und ich erinnere mich zumindest daran im gleichen moment meinen gedanken immerhin so mittellustig zu finden diesen kontext für ein verkaufsgespräch zu halten, aber auch dass das (so zu "denken") halt so eine standupcomedy-masche ist und ich ja wohl echt besser bin als standupcomedia.. (geht murmelnd von der bühne ab) - moment, ich komm’ nochmal rein.

offenbar gibt es also auch emotionalen burnout, the things you learn, also ganz abgesehen von dem kitschbegriff, der als titel für "überarbeitung" bei linkedin herhalten darf, ist da noch der andere burnout, bei dem kopf und herz sich zu sehr reinhängen, zu sehr konzentrieren, zu arg sind und permanent auf 7 von 5 gedreht.  frei, das wollt ich sein, hat roland kaiser mal behauptet. und kaum sind zwei jahre rum, schon ahnt man, wäre man, also ich, nicht selbst subjekt der artikulation, dass das zwar vielleicht unter umständen alles NICHT MEHR GUT TUT, aber what are the alternatives?, und auch wenn sich das mit diesem "leben" so anfühlt wie ein lollapalooza-lineup auf jeder ebene, man (okay, ja, gut: ICH) kommt da halt nicht so einfach raus, denn das würde bedeuten ich hätte mich vor dieser zeit angelogen, und nicht nur mich. kann man mir folgen? nein? besser is’. it’s the rückgrat, stupid, und scheiß’ auf’s gemüt. also auf’s eigene.

ich zähle und notiere die drawbacks mit, grinse weil es kein besseres deutsches wort dafür gibt und weil ich zu listen und protokollen neige, aus notwehr vielleicht. könnte bücher füllen mit panikattacken und flennwochenenden seitdem, habe es auch, aber möchte halt eigentlich bücher füllen mit all dem rest, dem poetischen, dem eigentlichen, bis ich mich selbst nicht mehr kapiere. what’s the difference between a duck? - one of its legs are both the same. müde dad-jokes zur eigenen ablenkung, und gerade fällt mir auf dass dieser ganze selbstbezügliche quatsch hier ja nicht nur auf das passt, sondern auch auf jenes. auf aspekte und ausprägungen. aber halt vor allem auf die eine, der ich bald ein protokoll zum buch machen möchte, das rund 7000 seiten lang würde. sorrow waited sorrow won, wenn wir schon bei dadjokes sind, aber es ist halt auch null lustig, nur meta. wie alles.

keine gefühle nur leicht einen sitzen ("im zechernirwana unendlich rebenschoppen", jaja). someone to escape adulthood’s occasional sadness with, dachte ich, wäre das, wären wir, gewesen. jetzt aber: bath robe days. never gonna give you up, etc

die erde ist der schönste platz im all

montag war’s, der mond schien delle
n zu haben, als ein vage nur laut welle
nreiten konnte wegen dieses einen reims:
okay, ich komm’ frisch rein. gruß, heinz.

ich drehe durch und wende ltreppen,
tuste mich in die werkstatt schleppen
frag ich blöd nur für den reim.
genau wie auch: will ja nur heim,

mit subtext und auch ambigu
ität klar - i tät sogn,
durchschaubar bist, du kuh,
schlagen tut’s schon auf: den magen.

mit du ist ich gemeint, aber wem sag ich
das - die masche mit dem zeilenversatz
ist halt kitschig und sowieso schrecklich:
hau’ mir selbst schon vor den latz
(jaja).

zurück auf anfang, zum durchen drehen und auch winden.
hab vergessen, was ich sagen wollte. synapsen schwinden.
sinn für meta immer, klar.
was sagt die werkstatt - abholbar?

alles wurscht und das vierversig, strophen halt
wie sich’s ergibt, nur bäume vor lauter wald,
halt: andersrum war’s doch, ich remembere!
zumindest das. i know, ich novembere
sehr hart, und möcht mich schlagen für dies gedicht.
von vorn bis hinten zwecklos (nicht).

alle neune, 2024 edition

// 9 alben

die nerven - wir waren hier

gybe - no title as of ..

kontrolle - grau

belgrad - lysis
klez.e - erregung
rost und knochen - die einsamkeit is a hell of a drug (ep)
temple ov saturn - the flowers of evil
yoo doo right - the sacred fuck
kanonenfieber - die urkatastrophe
bonus: øxn - cyrm (vö 2023)

// 9 tracks

cemgil - zemin kat
gewalt - ein sonnensturm tobt über uns
thursday - application for release from the dream
dj h.elle - heaven's charming obstacle
mark lane - yelling at cars
no - naked cross
allie x - black eye
siie - grand virage
blacklist - the witching hour
bonus: ion love - raketen, planeten (vö 2023)
bonus: øxn - cruel mother (vö 2023)
bonus: schreng schreng & la la - bremse (vö 2021)

// 9 konzerte

pascow, 24.10., festsaal
die nerven, 6.11., astra
years of denial, 7.9., urban spree
gybe, 14.10., huxleys
gaerea, 7.6., columbiatheater
yoo doo right, 18.9., uwe hamburg (rbf)
klez.e, 19.3., kantine am berghain
groza, 5.10., badehaus
marathon, 20.9., molotow backyard hamburg (rbf)

// 9 texte

gabriel yoran, die verkrempelung der welt
catherine shannon, everyone is numbing out
sam kriss, taylor swift does not exist
ted gioia, the state of the culture  & als followup: ryan broderick / garbage day, the end of everything and what’s next (if anything)
dan hon, the first stage is denial
jan skudlarek, wie der freiheitspopulismus uns allen schadet
michalis pantelouris, jetzt ist ausgerechnet einer der besten texte über journalismus in deutschland offline
oliver schott, 12 jahre danach: lob der offenen beziehung
christoph benkeser, die szene ist der sargnagel im berliner clubsterben

// 9 serien, filme, medien, unterhaltungen, ablenkungen

industry
the gentlemen
presumed innocent
3 body problem
the substance
daddio
new extractivism
one million checkboxes
zach holman, only 90s developers will remember this
bonus: saltburn (vö 2023)

// 9 tools, dinge, sachen, gadgets, memes, newsletter, accounts

smart #1 / finn
montreals quietschekäse
pifork magisk module (osm0sis)
anbernic rg35xx sp & muos
e-s.org "zukunft bewahren"
go asia, friedrichstraße
tracker codename tee-stube
garbage day (garbageday.email)
premium internet curation

// 9 tode

moni döring / "muddi" loft
nelse, die gute seele von loft
steve albini
maurizio pollini
shannen doherty
jürgen leppert
melanie safka
oskar negt
juan mendez & luis vasquez
"bonus": alexey navalny, richard simmons, christoph daum, andi brehme
""bonus"": vincent wager & torsun burkhardt (weil schon 2023)

gonzotextchen aus der hipsterbibel

im nostalgierabbithole anlässlich der hypedoku der stunde wiedergefunden: die musikreviews, die ich für’s deutsche vice zwischen 2011 und 2015 geschrieben habe, damals größtenteils "nur" auf papier erschienen, später auch (?) online und/oder unter dem noisey-label, iirc.

(tbh: ich vermisse ich diese art zu schreiben und zu denken, nicht nur von mir, aber auch an mir. eventuell hart romantisiert, aber: das hatte schmäh, jeder einzelne kurzabsatz bis zum dazu passend hinneologisierten autorenpseudonym, meine güte, da sind knallertextchen dabei. irre, wie gut und passend ich das damals konnte. ja, größenwahn much, aber q.e.d. und full circle, klar. glaube inzwischen wirklich -wieder-, dass nur so über musik geschrieben und gedacht werden sollte (oder: kann), zumindest was "reviews" angeht.)

👉 nach ausgabe/monat sortiert, here we go, für die nachwelt.

felt funny, might delete later

die anzahl stunden, die ich pro woche schlafe, kann ich aufsummiert an rund 4 händen abzählen, also an deren fingern immerhin, nicht an händen, das wäre schon ein bisschen zu arg, okay ich komm’ nochmal rein: offenbar nennt man das, was ich seit über 48 lebensjahren als selbstverständlich kenne, "masking", und wie so vieles andere, das ich ein quasikomplettes leben lang für selbstverständlich gehalten hatte (dinge sortieren müssen, von gleichzeitigkeit überfordert sein, nichtschlafenkönnen solang der kopf noch an ist (und der ist halt immer an, because fuckyou that’s why), dergleichen), bin ich mir noch nicht ganz sicher, was mir jetzt die erkenntnis darüber hilft, dass das alles "bezeichnungen" hat und symptom ist für sachen und spektren und all die ganzen psycho-trendsportarten, mit denen instagram voll ist, sobald man nur 3x am tag irgendeine adhs-meme-page geliked hat. babysteps into wasnochgleich? ignorance is bliss, aber nonignorance ist halt auch keine option, zwickmühle meines lebens nicht nur im egozentrischen.

diese anzahl stunden also, die ich schlafe, wenn ich denn mal schlafe dank halbmond/schlafsterne-tabletten oder sehr viel schnaps oder bretazenil/rilmazafone/rivotril, bewegt sich nun also trotz all ~dem~ (wildes gestikulieren) im echt zu niedrigen bereich, meint mein körper (haha! körper! 🥴) und solang ich den off-switch für mein hirn nicht finde, das nachts um halb vier beschließt ungelöste sorgen aus der spätpubertären emophase nochmal GRÜNDLICH zu analysieren, während es nebenbei listen für meinen mich täglichen gebrauch (also: zähneputzen, einkaufen, laufen, ..) schreibt (nicht im übertragenen sinn, sondern: ich habe und führe listen, schriftlich, über all diese dinge, tabellen, datenbanken, abteilungen, synapsen hauptberuflich) und AUCH nebenbei reddit doomscrollt zwecks möchtegerneskapismus und AUCH NOCH nebenbei sarkastisch sich, also mich, auslacht, weil "schlafhygiene" und "haben sie’s schon mal mit holunderblütentee versucht?" oder "guten tag, ich hätte gern die schwerste gewichtsdecke, die sie haben"-dialoge, man kennt’s, und AUCH NEBENBEI überhaupt mono- und dia-loge für’s leben probt, telefongespräche einübt wie kleine theaterstücke, selbstgespräche testet als hätte ich mir was zu beweisen in permanenz, während es sich sorgt um, naja, alles?, selbstzüglichkeiten entdeckt in der welt, und auch während es dann noch GLEICHZEITIG über den kognitiven anblick von außen auf mich wie ich so daliege und aus gedankenmachen bestehe ins manische kichern gerät, rekursion gewissermaßen und wenn ich jetzt nicht gleich mal mit diesem "denken" aufhöre what if: (..)

während all das also 257 passiert, beim liegen, im sitzen, zum einkaufen, trotz wandern, während knutschen, statt genießen, beim arbeiten, während sex, zeitgleich zu unterhaltungen, auf reisen, beim vermissen - schreibe ich quatsch wie diesen hier auf ohne dass er "helfen" würde, aber wobei auch, und haben sie’s schon mit meditieren versucht?, progressive muskelentspannung?, haben wir noch peps?, nein, gar keins mehr?, guten tag, ich würde gern mit ihnen über gottimhimmelichdrehdurch sprechen: hockey puck, rattlesnake, monkey, monkey, underpants.

sorrow waited, sorrow won, man masturbiert auf erinnerungsartefakte und bemerkt dabei nicht dass das alles längst vergangenheit ist und eben NUR noch im kopf passiert, dass das ganze denken vielleicht nur ein sehnen ist, ein selbsttäuschen, ein denanschlussverpassthaben. prokrastinieren als ein kognitives anlaufnehmen, trainieren wollen, aber den wettkampf längst aus den augen verloren haben. es geht nicht mehr um’s schlafen, es geht um’s analysieren des nichtschlafens, und es geht nicht um den moment, es geht um alles zuvor und hinterher und was sein könnte. vielleicht ist das mit dem eskapismus ja auch so ein rekursionsding: ich lenke mich davon ab, wie ich versuche, mich von mir abzulenken, und heidewitzka der satz passt in all seiner unkonkretheit ja sogar auf andere lebenslagen von verliebtheit bis nahostkonflikt.

ich erinnere mich an den "hochbegabungs"-verdacht aus meiner kindheit und dass ich damals schon nicht wusste was ~daran~ denn bitte eine begabung sein soll viel auf einmal denken zu können, und ich versteh’s heute immer noch nicht, auch nicht wenn das viele denken jetzt einen wikipedia-eintrag hat und es memepages dazu gibt. müde, multidimensional.

possessesion

irgendwo (citation needed) hatte ich neulich die bezeichnung "well it’s good but i’m not possessed" gelesen über einen song, und seitdem kategorisiert mein hirn songs in jene, von denen es possessed ist und jene andere, die nur irgendwie "gut" sind - weil possessed es so gut ausdrückt, wie einen manche tracks kriegen, an den eiern, also am herz, aber das ist dann ja das gleiche, packen, bzw. wie es jemand mal über moneybrother (remember?) formulierte: er hat mein herz blutig massiert. songs, die einen (lies: mich) so sehr, so intensiv, so arg vereinnahmen, dass man schon beim ersten hören ahnt, sie wären schon immer teil von einem (lies: mir) gewesen, das aber erst nach dem zehnten so bemerkt und nach dem hundertsten in worte fassen kann. wenn einen die melodie, das setting, das hörgefühl beim einkaufen und im schlaf und während der arbeit und während anderer musik verfolgt und man es mit einer kurzen entziehungskur versucht und ein paar wochen später doch wieder dabei landet. (erstmals übrigens: die OG tetris-melodie, gameboy classic. aber okay, lang her.)

worauf ich hinaus will: das gibt’s offenbar auch bei, mit, zwischen menschen, und ich bin mir noch nicht ganz sicher, was ich von dieser erkenntnis halte, gerade wenn’s ums davon-wegkommen geht, um den entzug, weil man sonst wahnsinnig würde, die selbstschutzmauer, wenn und sobald man nicht MUSIK als kulturgut aus einem hirn wegsperren möchte weil da NUR NOCH dieser eine track, diese person, existiert, but then again: diese person halt. perfektion, possession, vollkommenheit.

in diesen kurzen rationalen momenten, also denen mit abstand, von dem track oder dem menschen: easy, war ’ne schöne zeit, let’s move on, because gesünder und COME.ON. now, aber es sind halt nicht alles nur rationale momente und in den schwachen ist der song dann auf einmal zurück und der mensch war ja auch nie weg und aus possession wird verzeiflung angesichts der gesamtheit, der totalität. die man anfangs noch cute und romantisch fand. und es ist immer noch cute und romantisch. aber auch literally zum kotzen und please someone give me ablenkung from my mind, flennend, not knowing ob’s ein gutes oder ein schlimmes flennen ist.

welt, ey. also ich. eines tages werd’ ich vielleicht mal schlau draus.

 

fast 2023 listen

zehn alben

all diese gewalt - alles ist nur übergang

pascow - sieben

hhnoi - scrambled anthems

mephorash - krystl-ah
staran wake - (s/t)
maman küsters - le petit chaos
die wilde jagd - ophio
yukno - alles ist vergangenheit
rană - richtfeuer
moral order - backlash

zehn andere alben

autobahn - ecstasy of ruin
kristof bathory - humanoid dystopia
excommunicatio - kodex lucifer
blackbraid - blackbraid ii
teer - geister, die wir riefen
hallig / friisk - split
die selektion - zeuge aus licht
liebknecht - fabrikat
lana del rabies - strega beata
morgan hall - new philadelphia

zehn tracks

rost und knochen - liebeslied
suffer fools - almost beautiful
la rouille - mourir jeune
weltklang & kinder aus asbest - hey engel
endless wellness - hand im gesicht
das beat - paragraph 1
glen hansard - sure as the rain
notilus - aria
allie x - black eye
staatseinde - grauw

vier konzerte

wolvennest, 5.11., privatclub
tower transmissions festival (the sodality, anenzephalia & dbaticotlh), 15.9., reithalle straße e / dresden
rituals of descent festival (gaerea, spectral wound, afsky & naxen), 4.8., ut connewitz / leipzig
father john misty, 3.3., columbiahalle

sechs serien

the fall of the house of usher
succession
liebes kind
tulsa king
die nettesten menschen der welt
hijack

zwei filme

sharper
the swan (short)

vier texte

duncan sabien, social dark matter
tobi müller, tschüssikowski berlin
anna mayr, warum sich die postmoderne linke so schwertut, den terror gegen israel zu verurteilen
jon mooallem, michael stipe is writing his next act. slowly. 

fünf andere sachen

magisk & lsposed & pixelxpert & pixelflasher
podcast addict
lindt fleur de sel & gepa vollmilch fleur de sel
tamnavulin whiskey & yellow spot whiskey
der 14. februar

sieben vermissungen

ryuichi sakamoto
helmut berger
monte cazazza
andre braugher
mark stewart
kenneth anger
francisco ibáñez

das verpasste jahr

2023 war zu wenig ~und~ zu viel von allem, leider in beiden richtungen vom blöden, und das auf jeder ausprägungsebene - vom lapidaren zum ernsten, vom emotionalen zum körperlichen, vom detail bis zum ganzen. zu wenig konzerte, zu viel arbeit; zu wenig sex, zu viel gedanken; zu wenig nährstoffe, zu viel schnaps. "bestof" klingt eher nach einem russischen vornamen als nach etwas anwendbarem, und man (again: ich) weiß nicht mal so recht, wem man dafür die schuld geben könnte - vielleicht also argumentativ umdrehen? corona-nachwirkungen, man "wächst" an den aufgaben, maybe it’s ze erwartungshaltung, stoopid? vielleicht sind das ziel ja keine 150 konzerte, sondern 200 zuhauseverbrachte abende? vielleicht ist das ziel ja nicht durchgehende gelassenheit, sondern zumindest gerade-so-eben-klarkommen? vielleicht ist das "best" vom "of" ja nicht das gute, sondern das viele? aber - okay, da muss ich (again: man) ja schon beim tippen lachen. who am i kidding, und hinter "i" setze ich diesmal keine klammer.

(
exkurs bluesky, mastodon, threads: nichts davon provoziert neue formen - will sagen, zu wenig andersartigkeit, zu viel platte form, um mal in der rhetorik zu bleiben. überall die gleichen stile und artefakte, nichts dabei, was dem medium eigen wäre - aber dafür ordentlich viel blasensubtext der jeweiligen subkultur: bei mastodon das nerdige, bei threads die influencerscheiße, bei bluesky das ernsttwitteröde - aber dreimal "microblogging" das nicht (vor allem: nichts) provoziert. also halt auch mich nicht, vor allem mich nicht. wo ist die revolution, wenn man sie mal braucht. ohne fragezeichen, weil: ich komm’ nochmal rein, moment. ah, doch nicht:
)

abstumpfung gewissermaßen: "kinder kommt im haus, es fängt am regen", wie ein unberühmter philosoph mal sagte, im quatsch-comedy-club, glaube ich. abstumpfung, as in, das zu wenige und das zu viele scheinen mir egal zu werden, oder zumindest wundere ich mich dass es mich nicht mehr aufstachelt - die gleichgültigkeit gegenüber dem mittelmaß ist die eigentliche scheiße des jahres. mit wenig sex kann man leben, nicht mehr sex zu wollen aber? das wäre vielleicht der ansatz für den vorsatz, also 2024, und damit meine ich auch konzerte und schnaps und job und welt, obviously, nicht nur sex. aber den schon auch.

rhetorik veganisieren quasi: weniger "wurscht" sagen, und meinen. weniger obviouslytäten von sich (also: mir) geben. 2024 mal straight edge werden, kündigen, den onlyfans-account anlegen und nach estland auswandern? okay, da muss man (…) ja schon beim tippen lachen. who am i kidding, und hinter "i" setze ich diesmal keine klammer, aber zumindest so ein ganz nebliges ziel, eine .. absicht vielleicht?

absicht 2024. ja immerhin.

elfeinundsiebzig nach basel

im ice richtung süden sitzend - diesmal versehentlich nicht via wolfsburgbraunschweigkassel sondern durch leipzig und erfurt, aber so oder so via frankfurt, klar, es ist immer frankfurt - unterhält sich die breitbadisch polternde kleinreisegruppe schräg hinter mir über die frage, ab welcher uhrzeit weizenbier okay sei, immerhin ist es noch eine lange fahrt "vor uns", höre ich, dass dieses "uns" auch umsitzende/mitreisende/mich beinhaltet scheinen sie bei der erörterung der antwort nicht in betracht zu ziehen. es werden vier bier bestellt, wir sind gerade an lutherstadt wittenberg vorbei, kausaltheologische zusammenhänge drängen sich auf, aber sind mir wurscht, per dekret.

ich laufe schwankend zum bistro, einerseits vorauseilend solidarisch mit den kegelclub-bros also, andererseits weil ich die kurven der strecke noch nicht verinnerlicht habe und ich während des spaziergangs hindernissen ausweichen muss, u.a. einer dicken frau, die sich eine millisekunde vor mir aus dem sitz schält und offenbar das gleiche ziel wie ich hat. also das bordbistro jetzt, nicht die generelle kapitulation an der ~menschheit~ im allgemeinen. während die dicke frau ihre bestellung aufgibt, sehe ich -rechtzeitig!- das handgeschriebene schildchen "keine kartenzahlung", erinnere mich an restbargeld in meinem rucksack, mache also kehrt zurück zum platz und dort wieder kehrt zurück zum bordbistro. die dicke frau kommt mir entgegen mit geradezu klischeehaft viel kuchenstücken in einzelplastikfolien. im bordbistro einen riesling bitte, trinkgeld aus notwehr bzw. münzhass und ~obviously~ aus ehrlichherzigem bahnmitarbeitermitleid, kategorisch. zurück zum platz, mein schrittzähltracker versteht die welt nicht mehr.

acht minuten vor leipzig, mein unerwartet okayer wein wirkt schon, die jungs hinter mir bekommen ihr(e?) ~weizen~ (kartenzahlung beim platzservice funktioniert problemlos, es ist eben immer ein anhaltendes yin UND yang), ein großes hallo, ein lautes prost, ein immerwiederrechtfertigendes "wir haben ja noch 5 stunden strecke vor uns!", gerade so als ob sie selbst fahren müssten und nicht einfach nur sitzen und warten. die dicke frau knistert ihr drittes kuchenstück frei und ich hole mir noch einen wein, ich hab’ ja noch 5 stunden strecke vor mir, - ja, über leipzig und erfurt, aber halt auch via frankfurt - gerade so, als müsste ich dort aussteigen.

"welt & notwehr", so wird mein erstes album heißen.

friday i’m in luv

ständig soll ich mir etwas SICHERN anstatt zu kaufen, waren werden nicht mehr abgestottert sondern FINANZIERT, man fährt nicht mehr in urlaub sondern hat REISEERLEBNISSE, konkurrenten heißen nicht mehr mitbewerber sondern MARKTBEGLEITER, - and it goes on. wobei all jene formulierungen ja auch nur sprachliches abbild dieser gewollten ekstase sind, dieser vermeintlich gewünschten krassheit überall im hirn neuerdings, nicht einfach nur lauter und größer ("SALE!"), sondern gleichzeitig auch noch INDIVIDUELLER, jetzt dein ticket sichern!, mit dem shopify-plugin für fake-"3 kunden sehen sich gerade den gleichen artikel an!"-popups, die ganze welt ist booking dot com, alles ist markt, auch die ganzen ichs und ihrs, vor allem die. lautheit mit glitzer, aber glitzer von alibaba, im zehnerpack günstiger, aber obacht, nicht den zoll vergessen. und gleichzeitig bin ich zu faul für einen ordentlich ausformulierten kulturpessimismus (oha, rekursion?), zu müde, zu erschöpft, win/win statt yin/yang, ihr kennt das. ein andermal. klick’ jetzt hier, wenn du informiert werden möchtest, sobald lachi neue erkenntnisse hat. nein: klick’ jetzt hier, wenn du ALS ERSTE:R informiert werden möchtest, sobald lachi neue erkenntnisse hat. naja.