in jener nacht

samstag, valentinstag. nein, keine panik, meine herren, - schon vorbei. nächstes jahr wieder.

freitag darüber nachgedacht, daß 2004 wohl das erste jahr sein dürfte, in dem mir auch nach angestrengtem nachdenken keine person eingefallen ist, die zielobjekt meiner bewunderung und somit einer valentinsaufmerksamkeit sein könnte. in allen jahren davor: große auswahl, genug damen zum verlieben anschmachten, und die entscheidung, welche damen die anonymen "praise you, goddess!"-botschaften, pralinen-jahresabos oder einladungen zum essen bekamen, war doch meist finanziell mitbeeinflußt, seit die post das porto jährlich regelmäßig erhöht hatte. gut, ich wollte es ja nicht anders - ich beschwere mich ja auch nicht mal. aber es fühlt sich zumindest seltsam an, wenn da nicht mal irgendjemand existiert, von dem man "die telefonnummer rausbekommen" möchte oder wo beim initialen ansprechen die knie weich werden.

[ja, verlieben tu' ich mich nach möglichkeit täglich neu. das ist dann aber eher eine sache der konstruierten lebensfreude bzw persönliche terminologie. "hui, tolles lächeln!", detailverliebtheit - täglich. "willst du mit mir gehen?"-ankreuzcoupons? keine mehr.]

samstag dann die ganzen grübeleien verworfen und versucht, rational an die sache ranzugehen. will ich herzschmerz? will ich nicht. habe ich mir das alles so ausgesucht? ja, habe ich. was stört mich also? nur, daß es eine ungewohnte situation ist. fühlt sich so verdammt langweilig erwachsen an, so enttäuschend nüchtern, so platt. ich vermisse meine begeisterungsfähigkeit, mein aufgehen in einer sache, meine hingabe.

konsequenz daraus? erstmal schlecht schlafen und mist träumen, dann aufwachen und als erste amtshandlung am sonntag den gedanken "also - mädels, strengt euch mal ein bißchen mehr an. daß euch das nicht nochmal passiert!" nicht mehr aus dem kopf bekommen. zufrieden sein. wenn das ego schon verrückt spielen muß, dann doch bitte wenigstens wegen überfunktionalität. wochenende gerettet.

keine ruhe, nirgends.

"die lustige studio-sitzgruppe besteht aus dsds-onkel stein, schlagersternchen kim fisher und comedian mirco nontschew, dem die ganze angelegenheit wenigstens angemessen peinlich zu sein scheint. unterm couchtisch bunkern sie eine armada von jägermeister-fläschchen. nüchtern ist die von rtls allzweckmassenvernichtungswaffe oliver geißen moderierte show einfach nicht zu ertragen. nachdem remmlers ältester (15) einer komplett debilen kim fisher (34) ernsthaft erklären muss, dass der dadaismus nicht auf trios 'da da da' fußt, flüchten wir rüber zu pro7."

wahrheiten über musik-tv-trash von rainer henze (laut.de).

hey, burger king.

"die rote nase mit roten haaren erhältst du mit oder ohne menu für 2 euro."

vielleicht solltet ihr als texter für eure newsletter lieber jemanden einstellen, der das ding vor dem versand nochmal auf potentiell mißverständliche formulierungen abklopft, hm?

[andererseits - man könnte einen prima c-movie draus machen: "der nasenhaarschneider, teil 7 - das grauen kam im fastfoodlokal!". oder sowas.]

beautiful.

zu den doors oder joy division umbringen kann sich jeder. wenn ich mal von der brücke springe, dann zum video von "being boring", pet shop boys. in der hoffnung, daß jemand das video genauso versteht wie ich.

still frame from pet shop boys - being boring

[und sowieso ganz wunderbarst ja auch die tatsache, daß jemand eine website zu einem einzigen song veröffentlicht. hingabe, die positive form von "fanatismus". akribie, detailverliebtheit, das geekige .. nein, allgemein - verliebtheit, die aus jedem detail herausschreit. "astonishing" - ja, manchmal klingt sowas auf englisch einfach angemessener.]

we've got a war to fight

wochenendnachts, kurz vor drei, licht aus, kerze an, fenster auf. "roads". draußen dem wind zusehen, drinnen dem fernseher mit der portishead-dvd, als einzige lichtquelle im raum, neben der kerze. gänsehaut immer wieder am song-anfang, wenn das publikum sich bejubelt, weil es den song erkannt hat. dabei lächeln, weil man stolz auf sich ist, weil man den sinn erkannt hat. kaffee und zartbitterschokolade. die welt kann manchmal so schön sein.