dialoge für nachmittags um kurz nach fünf.

"einer meiner klienten, der kürzlich .."
"einer deiner was?"
"na, einer meiner klienten."
"ich dachte, du wärst so eine art streetworker?"
"bin ich ja auch. aber 'kunde' klingt dämlich und 'patient' ist ja wohl noch schlimmer. du weißt doch, was ich meine."
"hmmm."

[aus der reihe "erklärung von fachterminologie beim wiedersehen ehemaliger schulfreunde".]

c.o.b. - civilians on battlefield

"die teilnehmer spielen kleine statistenrollen wie z. b. bürgermeister eines dorfes im kosovo der von zeit zu zeit mit comandern der us soldaten verhandeln muss. die 5 bis 10 dörfer sind künstlich angelegt, und bestehen aus 10 bis 20 häusern. die statisten (…) werden benötigt um eine möglichst realitätsnahe umgebung für die manöver der nato/kfor truppen zu ermöglichen. (…) pro dorf werden ca. 10 bis 50 zivilisten eingesetzt. die bewohner sollten in der lage sein während der übungen eine glaubwürdige präsentation ihrer rolle zu zeigen. die häuser in den dörfern sind mit heizung, wasseranschluss (toiletten, waschmöglichkeit) und elektrizität ausgestattet."

[ pdf, html ]

soundtrack: matrix revolutionsview

"das album ist viermal emotionslos angehört worden, optisch und technisch in einwandfreiem zustand, booklet wurde einmal gelangweilt durchgeblättert. nichts kaputt, obwohl mir das sehr schwer fiel. von dem album habe ich keine unerlaubte kopie gezogen, dazu war mit der rohling zu schade. versand erfolgt im gepolsterten umschlag, auch wenn es eigentlich zu schade dafür ist."

besim karadeniz verkauft eine cd bei ebay.

liebes tagebuch. gedankenprotokoll der letzten sekunden.

heute zum ersten mal in meinem leben fanpost verschickt. erwarte keine antwort. fühlt sich trotzdem gut an, irgendwie. viel länger dann aber doch darüber nachgedacht, wieso man 28 jahre lang nie das bedürfnis hatte, jemandem direkt mitzuteilen, daß man das, was er macht, toll findet. keine plausible erklärung gefunden. auf bisher/früher vorhandenen mangel an unmittelbarkeit mit der außenwelt geschoben. mich gefragt, wieso ich mir eine diesbezügliche veränderung jetzt/heute einbilde. thema verworfen, vermeidung rekursiver denkschleifen erhofft. danach festgestellt, daß ich heute seltsam schreibe. thema auch verworfen. weblog-eintrag darüber verfaßt und ins bett gegangen.

sorgen des alltags

gerade, als ich mich daran gewöhnt hatte, daß ich paperback-einschlaflektüren wieder gefahrlos auf den boden neben der matratze ablegen kann (seit ca. märz, eigentlich, aber der mensch ist ja gewohnheitstier), fängt die fußbodenheizungszeit wieder an und und ruiniert mir meine buchrücken. einmal taschenbuchbügeln, bitte.

und ich was ich längst schon sagen wollte:

"ich meine daher, alles, was das publikum von einem schriftsteller, der ohne zu weit getriebne ansprüche auftritt, fordern kann, ist, daß er durch seine werke nichts dazu beitrage, korruption, dummheit und intoleranz zu verbreiten. alles übrige: beruf zu schreiben, wahl des gegenstands, einkleidung, ansprüche auf ruhm, beifall, lob, zu stiftender nutzen, einzunehmender gewinn, hoffnung auf unsterblichkeit - das alles ist seine sache, und es geht auf seine gefahr, wenn er sich dem schimpfe aussetzt, entweder in der stille zu fuße vom parnasse wieder herunterschleichen zu müssen oder von der meute der rezensenten parforce gejagt zu werden."

[ adolph freiherr von knigge, "über den umgang mit menschen", 3. teil, 10. kapitel ]

quasi-selbstdiagnose / kurze pause.

"und haben wir etwa gar sprache und beredsamkeit nicht in unsrer gewalt oder sind verstimmt zu der zeit, wenn wir unsre gedanken zu papier bringen wollen, oder vergessen, daß der gegenstand, über welchen wir schreiben, nur durch kleine spezielle beziehungen auf unsre damalige lage, die sich nicht mit übertragen lassen, uns am herzen liegt; oder dies herz ist zu voll, um, was es empfindet, nach der reihe hererzählen zu können; so geschieht es, daß wir etwas schreiben, welches uns, die wir alle nebenbegriffe daranknüpfen, die dazu gehören, das bild auszumalen, sehr interessant scheint, jeden andern aber gähnen macht und mit unwillen gegen uns erfüllt."

[ adolph freiherr von knigge, "über den umgang mit menschen", 3. teil, 10. kapitel ]