"und gleich nach dem newsflash macht ralf zacherl buletten mit vera int-veen."
[ pro7 eigenwerbung, stimme aus dem off, vorhin ]
vintage youth berlin :: team anti
"und gleich nach dem newsflash macht ralf zacherl buletten mit vera int-veen."
[ pro7 eigenwerbung, stimme aus dem off, vorhin ]
jetzt fahre ich seit mehreren jahren fast die gleiche strecke, mehr oder weniger regelmäßig. und immer noch wirkt sie seltsam auf mich. egal an welchem tag, egal zu welcher uhrzeit. gegenden, in denen mein telefon öfter auf netzsuche geht als ich den radiosender wechsle, wo bands mit den namen "bross" oder "smitt" im jugendzentrum auftreten, aber dann auch mal das "alpentrio [soundso]" im kongresszentrum suhl (das sich, gewollt-modern, natürlich, "congresscentrum suhl" schreibt und mit "ccs" auf all diesen tourplakaten abkürzt, logisch, "kz" oder "kzs" geht natürlich nicht). wo sich sonntags der geruch von dorffest-grillgut mit dem von dixie-klos vermischt. und überhaupt, immer wieder diese mittelalterfeste, historische dorffeiern, rostbratwurst wo man auch hinriecht, und an den rändern der wiesen stehen handgeschriebene "demokratie??"-schilder, meist mit noch mehr satzzeichen, die auf irgendeine seit 20 jahren dringend benötigte umgehungsstraße hinweisen. all das bis kurz vor der zivilisation in form einer autobahn.
ich hab' allerdings noch nicht ganz rausbekommen, wieso mich das alles so traurig macht.
manifest decadence was what you hoped to exhale
your eyes tried so hard to glitter
"vermißt du sie eigentlich?"
"bin mir nicht sicher."
"wie kann man sich bei sowas nicht sicher sein?"
"sagen wir's so - ich hoffe sehr, es ist nostalgie."
dem browser seinen statusbar-javascript-mist erlauben, mit "tabs" surfen, und sich dann darüber wundern, wenn auf irgendeiner schweinkramseite unten die meldung "sito ufficiale della fondazione julius evola" vorbeirasselt.
dieser satz von onkel ernst drängt sich auf, sieht man "hero" im kino, auch wenn er wahrscheinlich nicht allzu wörtlich gemeint sein sollte. nach gut 90 minuten beeindruckendem schwertkampf; einer im eigentlich wortsinn "märchenhaft" erzählten geschichte; traumhaften farbkompositionen aus dem grundfarb-malkasten; zeitlupen-choreographie mit dem charme einer ballettaufführung; regentropfen, herbstwäldern, wüstenstürmen, pfeilsalven; und immer wieder all diesen farben, all diesen bildern; - schlendert man weggetreten aus dem kinosaal und blättert noch in der gleichen nacht in den gelben seiten um herauszufinden, wo sich die nächstgelegene möglichkeit befindet, "chinese style schwertkampf" zu lernen. dann träumt man von "leuchtender mond" und dem "namenlosen", und wenn man aufwacht und einem die welt viel monochromer vorkommt, als man sie in erinnerung hatte, während man immer noch geistesabwesend den frühstückstoast futtert, weiß man wieder, warum man sich an diesem ort und in dieser zeit so deplaziert vorkommt.

laut meinem tageshoroskop standen für mich gestern saturn und mars im quadrat (und ich frag' besser nicht, wie man ein quadrat im 3dimensionalen raum durch zwei punkte definiert) - deshalb sollte ich dazu neigen, zu "reden wie ein buch".
und es hat wirklich recht behalten - ich hab' den ganzen tag kein wort gesagt.
"noch jedes album von radiohead verkaufte sich besser als das vorangegangene - trotz zunehmender unhörbarkeit. (…) der song 'there there', ihre bewegendste nummer seit jahren, kommt mit einem video daher, in dem vier der fünf musiker nicht im bild sind und der eine als baum!"
[ christian seidl in der sz über hail to the thief ]
"the stickers (…) told the conservative german population that despite being young and having long hair, not everyone was in the baader-meinhof gang."
den "tango for the concession of the suspender princess" von ordo equilibrio einmal über die anlage, und gleichzeitig, zeitversetzt, über den notebook-lautsprecher das vorher davon angefertige mp3, im takt, so daß sich ein "kanon" ergibt - erzeugt eine wunderbar abgeklärte, ruhige, "private" stimmung mit all den cello-samples … ungefähr so, wie wenn man nachts den männerchor aus dem "hunt for red october" soundtrack hört, dabei auf dem balkon steht, die sterne zählt und sich erhaben fühlt, ganz egal in welchem stockwerk man wohnt.
und was haben wir heute gelernt? mit druckluft kann man nicht nur wunderbar notebook-tastaturen von essensresten, haaren und eingetrocknetem sperma befreien, sondern sich auch gegenüber wehrlosen mückenviechern als gottfigur aufspielen. "ein orkan wird kommen und euch hinwegfegen" … und das dämonische lachen denke man sich an dieser stelle bitte einfach dazu.
hach ja, das kind in manne.
[und auch im obigen absatz hat unser autor wieder einmal eine ironische übertreibung versteckt. wer sie findet, darf sie behalten.]