nämlich, und ich wollte schon immer mal einen text mit "nämlich" beginnen, nämlich die /handlungsresonanz/ ist es, die für vieles von dem verantwortlich ist, was wir für fügung halten oder mit mittelbarkeit tarnen. der kleine anstoß, der dazu führt, daß das mobile vielleicht nicht ganz perpetuum wird, aber sich doch wenigstens eine ganze weile am leben erhält und sich zu anfang erstmal selbst be-ding-t:
im positiven wie negativen sinn. das kompliment wird zum positiven feedback, das zu einem lächeln führt, das eine andere körperhaltung bewirkt, die einen erfolg herbei-ahnt, der dann zum highlight wird. oder auch die unregelmäßigkeit, die zum stolpern wird, woraus eine irritation entsteht und man aus der fassung gerät und in den ärger hinein -- alles eine frage des takts, des rhythmus, des dirigierens. im einen fall forciert, im anderen möglichst vermieden, je nachdem was gewünscht wird; aber doch immer eine frage von resonanz, diese interaktion zwischen welt und ego, zwischen atmosphäre und gefühl, zwischen außen und innen. denn wenn man auf einer schaukel sitzt, muß man sich ja nicht im meßbaren sinn jeweils schwerer oder leichter /machen/, sondern nur sein gewicht zum richtigen zeitpunkt in die richtige richtung verlagern: alles nur eine frage des takts, des rhythmus, des dirigierens.
[es gibt ja nur zwei beachtenswerte punkte, möchte man resonanz (besser: feedback, oder: rückkopplung) erreichen: das (anlaßlose) anfeuern des systems einerseits, und das offensein für und auswerten des resultats andererseits, oder besser: es zu ermöglichen, daß jenes resultat sofort wieder neuer input wird. ersteres können kontrollfreaks per definition, nur an letzterem muß gearbeitet werden. es ist so einfach.]
nicht zwangsläufig in die richtige, aber was will man machen. es gibt fehler, die macht man eben nur drei mal im leben. dann prokrastiniert man aber irgendwann einfach so rum und googelt sich gründe und anlässe dafür zusammen, anstatt sich selbst mit angemessenem abstand zu beobachten (das gefüge zu erkennen!) und zu interpretieren: und wenn man dann inmitten der postostertouristen am hackeschen markt steht und sich noch wundert, wo denn die aggressivität bleibt und wieso die eigene laune zur zeit eigentlich so vollkommen unbeeindruckt von solchem streß ist, .. -- dann ahnt man den fehler, nämlich daß es doch überhaupt kein davonlaufen und reagieren ist, sondern vielmehr ein ankämpfen-gegen und ein voranprügeln. der wind kommt dann von vorn, und man muß sich einfach nur in die richtige richtung drehen, um das zu spüren. dann tränen zwar die augen und man muß vielleicht sogar mal die jacke zumachen anstatt sein hohlkreuz zu kultivieren, aber aus dem davonrennen ist ein nach-vorne-tapsen geworden. und demnächst vielleicht sogar mal ein ausgewachsenes durchschlagen oder sogar ein zweckstolpern. mehr geht selten. aber das ist ja schon so viel mehr als bislang.
vagantin gegen den magen, also, nein, für den magen natürlich, aber das ist ja genauso wie mit aspirin für kopfschmerzen oder shampoo für schuppen, oder meinetwegen die sache mit dem umweltschutz vs lärmschutz, wer schützt hier wen und wieso läßt das sodbrennen eigentlich nicht mehr nach? und diese begriffsambivalenz finden wir dann in uns wieder. wenn wir die idiotie in einer sache erkennen, uns aber trotzdem idiotisch verhalten. mit dem kopf nochmal gegen die wand rennen, weil's beim ersten mal noch nicht weh genug getan hat. und wenn wir auf dem heimweg, morgens beim sonnenaufgang, uns die träne wegdrücken, weil wir uns so fühlen als gehörten wir nicht "nach hause", nie.