goodnight my andalucía.
don't buy all the lies that they feed'ya.
and while you're heading slowly
to some place i can't respect,
i'll keep you in my collection of regrets.
damit wir auch morgen noch kraftvoll in den spiegel sehen können
in der u8 steht sie und liest dieses schundblatt für bildungsabweisende, den "zukunftsblick", als würde sie darin die neue weltformel vermuten. mit zittrigen fingern wird zum "skorpion" geblättert (pro sternzeichen eine ganze seite, die textbausteinklöppler verdienen sich damit dämlich) und unter unterüberschriften (das gegenteil von überunderstatement über-igens, auch semantisch) wie "liebe und partnerschaft", "beruf und karriere" oder "obst und gemüse" wird das eigene leben gedanklich zugeordnet, kategorisiert, bewertet und mental umhätschelt, so daß sogar mein helferkomplex machtlos resigniert. /ihr/ zwölftel der menschheit wird in den nächsten tagen also wahrscheinlich erfolg im beruf haben, wenn es sich anstrengt, glück in der liebe, wenn es erfolg im beruf hat, und gesund bleiben, wenn das mit der liebe und dem sex klappt. nur anders formuliert wird es in jeder ausgabe, garniert mit tschakka-artigem vorwortgeplänkel und seelenlos lächelnden stock-image-hausfrauen.
dann, bei meinem so-beobachten und musikhören irgendwann der gedanke, daß diese frau den "zukunftsblick" braucht benötigt wie jemand wie ich die musik. als institution, als halt, als inspiration vielleicht. und daß sich unsere blicke nicht sonderlich unterscheiden, wenn sie durch ein textplacebo kurzfristig mut gemacht bekommt für's leben, und ich durch den right song at the right time. inspirieren lassen und inspirieren lassen lassen, oder? und dann gerade noch die notbremse: nein, bullshit. die welt wäre eine verdammt bessere ohne bild-"zeitung" und nachmittags-gerichts-shows und zukunftsblick und neun live, und wenn man sich das nicht immer wieder aktiv bewußt macht, rutscht man manchmal kurz und aus versehen in solche weichei-gedanken, die einem auch fast gleichzeitig dann wirklich peinlich sind. toleranz geht eben /doch/ anders.
am kottbusser tor steigt sie aus. auf ihren platz setzt sich ein junges mädchen, das sich auf einen hektisch aus der schultasche herausgekramten stapel sudoku-blätter stürzt. ich lächle, und für den rest des tages geht mir der begriff "kampfgeist!" nicht mehr aus dem kopf.
bedienungsanleitungen 2006 / die neue ehrlichkeit
bitte beachten sie, daß die sicherheitseinstellungen des players nutzlos sind, wenn ihre kinder zugang zu diesem handbuch haben.
(aus versehen laut gedacht)
übrigens werde ich auch heute abend wieder im white trash sein. bei den two gallants, sehr leckeren burgern, viel zu lauter musik, einer menge unverkrampfter menschen sowie pocahontas-lookalikes, die von mir trinkgeld bekommen werden für's nett-sein. und ich werde noch mehr spaß haben als sonst, jetzt wo die spießer und sissies anfangen wegzubleiben.
[via]
"fett!" (repeat 3x)

es sind diese kleinigkeiten im briefkasten, die einem den beschissenen dienstag aber sowas-von-retten, das glaubt man ja gar nicht. tiefstherzlichen dank an die einmetersechzig, die sich jetzt hoffentlich angesprochen fühlen.
everyone safe
won't you please not come back,
we'll never be apart,
i don't complain about the mess
that you left inside my heart
(zum ersten mal seit ungefähr 12 jahren solche lyrics wieder toll finden: growing old is mandatory; growing up optional.) nur bei insane volume über kopfhörer auch erst verstehen (weil: fühlen, nein, spüren), worum es geht. und sich vorkommen wie bei muse's muscle museum. dem video, that is. während der fernsehturm im nebel versinkt rückgrat beweist. stolz bleibt. let's all pray for rain.
rosenmontägliche umbenennung der u7: "karnevalszug"

schau' her, köln! so feiert man in berlin die närrische zeit. man setzt zwei traurig guckende mittvierziger in den morgendlichen berufsverkehr und lacht sich närrisch.
wenn man nicht gerade mitleid mit den beiden hat.
argh.de vs. gute laune 1:0 nach verlängerung
schon seit ewigkeiten ja mit dem gedanken gespielt, mal die argh.de-gutfind-wochen einzuläuten: ab einem bestimmten stichtag nur noch dinge tollfinden zu wollen anstatt immer nur die einfache variante des in text gegossenen und laut geäußerten mißmutes. sieben tage lang nur noch ausdruck von begeisterung und positivismus und sonne und harmonie. und dann jene sieben tage lang einfach gar nichts mehr zu posten und danach kommentarlos "normal" und scheißedrauf dissonant weiterzumachen. aber schon damals gleichzeitig auch bemerkt, daß der gag dann ja gar keiner wäre, sondern nur rest-klischee. dekonstruktions-abklatsch. und auch wahrscheinlich nicht mal als solcher wahrgenommen werden würde.
statt dessen also lieber einen meta-eintrag draus gemacht. den witz /verklärt/. (auch kacke, aber nicht ganz so kacke mehr wie ursprünglich gemeint.)
wird zeit, daß das wetter wieder schlechter wird.
"i'm writing this to say, in a gentle way, .."
und dann dieses blonde mädchen heute früh in der u8, die ich nicht wegen des jacken-aufdrucks "wir alle bräuchten mehr zweisamkeit" (in angenehm unaufgeregter typo, ganz ohne glitzer) sofort umarmen wollte, sondern weil sie es fertigbrachte, den perfekt dazu passenden gesichtsausdruck zu äußern: jene mischung aus wehmut, charme, intelligenz und melancholie, die nur menschen hinbekommen, die schon mehrere stunden ihres lebens mit dem nachdenken über die semantik des begriffs "konsequenz" verbracht haben. und ich frage mich von weitem, was wohl ihre stories sind, wie ihre stimme klingt, was sie gerade für einen song hört und ob sie tagliatelle mit frühlingszwiebeln und käsesauce mag. und merke an ihrem zurückblick und ihrem mundwinkel, daß genau das die /angemessenste/ form von zweisamkeit ist, die man ihr in diesem moment entgegenbringen konnte.
love is the drug
(via)
(überdosis n-tv)
was würden diese ganzen zahlenverdrehenden wirtschaftsnasen von der deutschen börse doch pluspunkte bei mir machen, wenn sie endlich mal einen kleinen comic-dachs als maskottchen einführen würden, also die längst und dringend mal notwendige arschbackenentkrampfung illustrieren. den guten willen zeigen.
valentine's day
"i don't know why we don't do that anymore. i guess it's one of those traditions that kinda get lost."
zefrank erklärt uns auf eine ganz wunderbare weise den valentinstag.
u/s
"so eine u-bahn klingt ja meist doch eher scharf rumpelnd."
"scharf rumpelnd?"
"keine mitten. viel baß, dazu seltene leicht akzentuiert kratzende höhen."
"nicht eher umgekehrt?"
"dann wäre es ja eine s-bahn."