ich klicke, also bin ich

amazon-screenshot: wenn sie nicht sind, bitte klicken.

heute gelernt: gleichzeitig in nebeneinanderliegenden tabs als amazon-kunde und amazon-partner eingeloggt zu sein, führt zu interessanten reaktionen auf cookie-ebene.

(file under "mein leben wäre eigentlich ein spannendes".)

antibabypulle, die:

primitivalkoholisches getränk (bspw. bier), eingesetzt zur indirekten empfängnisverhütung mittels kurzfristig-deutlicher herabsetzung der eigenen attraktivitätswirkung.
die antibabypulle wirkt besonders gut bei (bzw. an) -> frauen und ist nicht zu verwechseln mit der sog. -> zigarette davor, die eine vergleichbare wirkung, allerdings auf einer eher implizit-intellektuelleren ebene, erreicht.

übrigens: 2006!

quersumme 8, und auch sonst optisch nicht besonders hübsch, diese zahl. haben gerade zahlen aber eben so an sich. und so gesehen muß 2005 ja besser gewesen sein als 2006 es jemals werden kann, ich könnte also eigentlich schon im januar mit dem jammern beginnen.

was war 2005? das verfickte studium beendet und umgezogen bzw. endlich heimgekommen in die große stadt. läßt sich sowieso nicht mehr toppen. (seit wochen streitet sich ein nicht unwesentlicher teil meiner synapsen über einen ungefähr 37mal von mir angefangenen blog-eintrag, an dem ich kurz vor schluß immer etwas auszusetzen habe - der es einfach nie "perfekt genug" ausdrückt, was ich an berlin mag, wieso ich hierher gehöre. muß ich wohl noch warten, bis der text sich vielleicht endlich mal schreiben läßt (lies: mir die erlaubnis erteilt, ihn zu schreiben). aber das nur am rande.)

nein, 2005 war offenbar gar nicht so dramatisch scheiße. zwar fallen mir um's verrecken keine 10 platten ein, die wirklich einer jahres-top10 würdig wären, und selbst wenn, sind es nur solche, die man irgendwo im laden ™ bekommt und sich nicht in japanischen fanzine-mailorders bestellen muß oder bei ebay als rarität von einem verrückten aus mexiko selbstimportiert - nein, nur das langweilige zeug, das wahrscheinlich auch in der spex auftaucht und von dem jedes durchschnittliche indiepopmädchen längst die lyrics auswendig kann. ich bin langweilig geworden, was das angeht. nichts gegen die spex. aber das eigene distinktionsbedürfnis wächst nunmal auch mit dem alter. so gesehen ja nur konsequent.
david judson clemmons natürlich, weit vorn auf platz 1. die beiden metric-alben, mit denen mich, und nicht nur mich, die a-list-bloggerin aus freiburg infiziert hatte. "insen" von ryuichi sakamoto & alva noto, die wahrscheinlich wärmste cd seit jahren bei raster-noton. the one ensemble of daniel padden, indie as fuck bezüglich meiner musikalischen subkultur und eben trotzdem so geil.
bei bands wie maximo park ist ja schon die zweite meta-eben des coolfindens (ich mag die band, obwohl mir bewußt ist, daß ich es eigentlich für viel zu dogmatisch halte, würde ich sie nur deswegen nicht mögen können, weil sie jeder mag) uncool, die editors haben ein halbes killer-album rausgebracht (nämlich ungefähr die erste hälfte), und arg viel mehr war schon gar nicht mehr, 2005.

"i love everything about you that hurts".

kreativ sein klappt nur unter druck, output funktioniert nur mit antrieb. erst kürzlich wieder eine, ha, "diskussion" darüber, wieso ich mit guter stimmung nur klarkomme, wenn sie ungewollt auftritt. wieso ich besser funktioniere, wenn ärger, kummer oder schmerz mit in der luft liegen. wieso ich nebel für vollkommener, nein, für konsequenter halte als sonne, wieso regen nieseln (und immer vorhanden) sein muß oder sollte, wieso ich dämmerungen liebe. schwebende zustände. bewegung seit- statt vor- oder rück-wärts. ("we love the winter / it brings us closer together", und wer die songzeile erkannt hat, darf sich nun ein blaues gummibärchen kaufen gehen.)

im ernst: vollkommene und/oder positive dinge sind mir einfach unheimlich. so funktioniert das einfach nicht. alles. und so gesehen hast du alles richtig gemacht, 2005. die angebrachte dosis von allem. und wenn ich mir von 2006 etwas wünschen dürfte, dann, daß es so weitergehen soll, wie 2005 aufgehört hat: genauso wunderbar großartig toll beschissen wie 2005. und in diesem satz gerade eben war kein einziges milligramm ironie.

just for the record / die tradition ruft

sich an silvester immer noch schnell mit sich selbst streiten und schluß machen, dann wird der neujahrs-versöhnungssex besser: hoffe ich zumindest jedes jahr wieder.

(file under "fick' dich, 2005" oder meinetwegen auch "prost, throbbing gristle ruft".)

bundesliga im tv

irgendwie so niedlich bezeichnend für diesen ganzen medien-, ausstrahlungs-, rechte-, pokertm-, fußball-quatsch, daß die eigentliche nachricht an der meldung zu sein scheint, wer die exklusivrechte für die bundesliga-ausstrahlung jetzt nicht bekommen wird. nämlich première. wer sie bekommen hat, nämlich ismirschnurz, ist drittrangig. und daß jetzt auf so einer halb-meta-ebene viel mehr darüber berichtet und diskutiert werden wird, in den nächsten tagen, daß das die eigentliche sensation sei, und daß die dfl ein herz für die fans gehabt hätte, und deutschland einig fußballland wird sich morgen auf der bild-titelseite wiederfinden, und "yeah, gerechtigkeit, baby!" ausstrahlen, auf dem weg zur arbeit. so kurz vor weihnachten. dieses gewerkschaftige am fußball. irritierend, weiterhin und immer wieder. aber wahrscheinlich ganz gut, so taktisch, fürchte ich. so kurz vor weihnachten eben.

bruce dickinson, again

"if you're gonna die, die with your boots on".

und vielleicht muß man ja wirklich erst 30 werden, um iron maiden auf einem un-ironischen level -- nun ja, nicht gerade toll zu finden, aber -- zu schätzen. diese manowaresken (und auf einmal klingt dieses wort fast russisch) lyrics, die man mit 15 mitgegröhlt, mit 18 bescheuert gefunden und ab 21 (wo man dann auch alle "eddie"-shirts eingemottet hatte) praktisch ignoriert hatte, -- sowas muß erst wieder von electropunks gecovert werden, damit man drüber nachdenkt. schade, eigentlich, aber auch irgendwie richtig so.

(paß' auf dich auf.)

das kleine mädchen tanzt. ausgelassen und euphorisch. wie kleine mädchen, die denken, sie hätten gute laune, eben so tanzen. ich sehe sie zufällig von weitem, beobachte sie ein bißchen, und muß mich zum lächeln zwingen. ich kenne sie seit einem halben jahr, sie gehört zu den durchaus abzählbaren menschen in meinem umfeld, mit denen mich etwas verbindet, was über das identische hobby (oder dergleichen) hinausgeht, - ohne es genauer definieren zu können. aber seelenverwandtschaften bedingen ja auch nicht unbedingt immer eine gleichphasigkeit. lächelndes tanzen, tanzendes lächeln bei ihr, schwermut bei mir, weil ich ihr erklären könnte, warum sie lächelt. wie sie tickt. wie es ihr geht, hinter dem lächeln und dem übermut. ich müßte es nicht einmal, sie weiß es sicher selbst, aber der selbstschutz schlägt ja doch so schnell in selbsttäuschung um. auch da erfahrung beiderseits.

sie wird nicht verstehen, warum mich ihre art traurig macht. warum mich ihr draufsein runterzieht, in erwartung und befürchtung einer selbsterkenntnis. bald ent-täuschung, ganz klassisch, so wie man den begriff im deutsch-grundkurs schonmal auseinandernehmen mußte. wenn ich andeutungen mache oder vorsichtig konkreter werde, fällt sie mir ins wort und beruhigt, beschwichtigt. ist meta-cool, weiß das natürlich alles und tut dabei so, als wäre es ihr auch bewußt. daß das nicht der fall ist, merken nicht nur seelenverwandte.

wenn sie das hier liest, wird sie genau jetzt merken, daß ich sie meine. und das ganze nochmal von vorn lesen und mir dann eine lange mail schreiben oder anrufen und dabei all die verhaltensmuster durchmachen, die ich von mir selbst noch kenne, und die sie im gleichen atemzug abstreitet wie auslebt. so einfach ist das nur nicht, das mit dem sich-nicht-sorgen, nicht nur wegen der seelenverwandtschaft, eben auch wegen genau dieser eigenen erfahrung. der fallschirmspringer, dessen schirm sich nicht öffnet, der dann aber 50cm über dem boden noch denkt: "na, das stückchen schaff' ich jetzt aber auch noch." - vielleicht eben ausnahmsweise mal nicht nur den moment betrachten, sondern sich als resultat sehen? und die konsequenzen ziehen, anstatt nur konsequent sein?

und sie wird weitertanzen und mich weiter traurig machen. aber wenn das die einzige möglichkeit sein sollte, ihr ihre eigene traurigkeit zu zeigen, - jederzeit und gern. anders geht's ja offenbar nicht. (life, love, adventures, - und noch so viel mehr.)